Schafskälte

Zwischen dem 10. und dem 14. Juni war die "Schafskälte", die den frisch geschorenen Schafen den Tod bringen konnte.

 

 

Midsommer

 

Die Sommersonnenwende ist am 21. Juni - Die Sonne hat ihren Höchststand erreicht. Von nun an werden die Tage wieder kürzer und das Jahr neigt sich.

Das Licht siegt über die Finsternis, es bricht die Zeit der Freude an. Midsommer ist der Sonne geweiht. Gefeiert wurde am 24. Juni, dem Johannestag. Johannes bezieht sich dabei auf den Monat Johanni bzw. Juni.

Die helle Jahreszeit ringt nun mit der dunklen Zeit. Der Lichtgott Baldur, der schönste und freundlichste Gott der Asen, starb durch die List Lokis, der den blinden Hönurbenutzte, um Baldur durch den Schuss mit einem Mistelzweig zu töten. Obwohl die Welt um Baldur weinte und der Schamanengott Odinpersönlich zu Helins Totenreich ritt, um seinen geliebten Baldur zurück zu holen, musste er dort bleiben. Dieses Vorbild der schamanischen Reise ins Totenreich lädt uns ein, diese Reise selber zu Midsommer durchzuführen.

 

Bräuche:

 

Johannisfeuer werden entzündet und brennende Räder die Berge herunter gerollt. Ein Sprung über das Feuer soll Glück bringen und von schlechten Energien reinigen. Die Kohle oder ein Feuerscheit sollen das Heim schützen und segnen.

Johanniskräuter wurden gesammelt und verbrannt bzw. geräuchert.

 

Den Frauen wurde ein Gürtel aus Johanniskraut, Beifuß, Eisenkraut, Rittersporn, den sie zu Midsommer trugen und in der Nacht im Johannisfeuer verbrannten. Damit wurde Unglück und Unfruchtbarkeit verbrannt. In der Midsommmernacht wurden Blumensträuße gepflückt, die aus neun verschiedenen Kräutern bestanden. Sie sollen eine besondere Schutz und Heilwirkung besitzen. Solche Sträuße kann man gut zum Trocknen aufhängen.

 

Zu Midsommer geschnittene Haselzweige, die vor der Morgendämmerung aufgestellt wurden, sollen gegen böse Geister und Unwetter schützen.

 

Jetzt zur Sommerzeit zeigen sich gerne die Wesen der Anderswelt, wird gesagt. Dazu gehören die Hilfsgeister wie die Zwerge, Huldren, Heinzelmännchen, Wald- und Buschweiblein, die Elfenoder Feen, die sich v. a. in Holunder- oder Weißdornbüschen zeigen. In der Midsommernacht sollen sich die Berge öffnen und sich die alten Götter zeigen.

 

Alte Bräuche sind die Flurumgänge und Segnungen der Felder, wobei ein Sonnenkönig, ein Feuerkönig oder Laubmann geschmückt werden. Ferner wurde ein roter Hahn als Symbol des Feuers bzw. der Sonne geopfert.

 

Am Abend des 23. Juni sind mit Blumen geschmückte Frauen in die Flüsse und Seen gestiegen, um das Unglück und Elend abzuwaschen und sich wohl geistig zu reinigen.

 

Man kann auch aus Steinen ein Sonnenrad legen und in die Mitte eine Kerze stellen  und es mit Blumen schmücken, auch wurden Quellen, Teiche und Brunnen mit Blumen geschmückt.

 

Hel

 

Besondere Verehrung fand und findet die "Weiße Frau", die als "Frau Huli", "Frau Holle", als "Weiße Frau Vrena" oder als Heilige Verena geehrt wurde. Sie ist die Liebesgöttin, die den Menschen zu Midsommer Lust, Liebe und Sex zum Geschenk macht; sie segnet Ehen und heilt Krankheiten.

 

Frau Holle ist auch die Göttin der Totenwelt, der Unterwelt und ist dort als Hel bekannt. Die Totenwelt hat erst durch die Christianisierung die negative Bedeutung von Hölle bekommen. Ursprünglich ist Hel jedoch ein positiver Begriff, der die Göttin und ihr Reich verkörpert. So kann man auch verstehen, warum die germanischen Heiden keine Angst vor dem Tod hatten, sondern im Gegenteil, freudig in den Tod gingen.

 

 

 

Siebenschläfer

 

Am 27. Juni ist Siebenschläfer, der besagt, dass das Wetter an Siebenschläfer sich für 7 Wochen halten wird.



Im letzten Drittel des Juni kann die Johannisflut kommen, in der sintflutartige Wolkenbrüche mit Gewitter und Hagel die Ernte gefährden können.