Ein Korb voll Steinpilze

Ernting oder Sichelmond (August)

 

Kaiser Augustus wollte diesem Monat seinen Namen geben, sich zu ehren. Jedoch hatte der Juli, der Monat Julius Cäsars 31 Tage, einen Tag mehr als der August. So nahm Augustus dem Februar einen Tag weg und fügte ihn dem August zu, um dem Juli(us) ebenbürtig zu sein. So kam es, dass Juli und August jeweils 31 Tage besitzen.

 

Am 1. und 2. August wurde das keltische Lugnasad-Fest gefeiert, die Germanen feierten den Ernting oder Sichelmond. Im Zentrum des Augustes steht die Ernte, deshalb wäre die Monatsbezeichnung Ernting besser gewählt.

 

Es ist das Erntefest, die letzte Garbe des Getreides oder die erste wurde geschnitten, gebunden und in oder an das Haus gestellt. Die letzte Garbe auf dem Feld wurde gebunden und für Wodens Ross Sleipnir auf dem Feld gelassen. Die germanische Göttin Sif mit dem goldenen Haar steht für das Getreide und die Ernte.

 

Gedankt wird Mutter Erde, ein schöner Brauch in Zeiten, wo die Landwirtschaft technisiert und chemisiert ist. Ohne Gift läuft nichts! Nur die althergebrachte Landwirtschaft lebt noch im Einklang mit der Natur - sie wird als Bio-Landwirtschaft bezeichnet, ist jedoch die alte, natürliche Form, das andere ist die Agronomie (von Agro - agressiv!).

 

Kräuterzeit

 

Am 15. August beginnt der Frauendreißiger. Es ist die Hauptsammelzeit für Kräuter und Wurzeln, die am 8. September endet. Es geht auf germanische Kräuter- und Erntebräuche zurück.

 

Die Kräuter sollten vor Sonnenaufgang gesammelt werden oder zu Vollmond, wo sie die stärkste Wirkung innehaben sollten. Die Kräuter wurden getrocknet, um später Tees oder Salben daraus zu machen, auch Öle oder Essig konnte man ansetzen. Zum Räuchern sind sie ebenfalls geeignet.

 

Die beste Räucherpflanze ist in meinen Augen der Beifuß, der auch als Küchengewürz außerordentlich gut geeignet ist. Bekannte Kräuter zum sammeln sind: Beifuß, Kamille, Johanneskraut, Frauenmantel, Klee, Minze, Rainfarn, Scharfgabe, Wacholder (Strauch), Wiesenknopf, Immergrün, Odermennig, Königskerze (als Zentrum des Straußes) und Holunderblätter, Goldrute, Eisenkraut sowie Baldrian. Luftig an einen trockenen Ort aufgehängt behalten sie ihre Wirkung noch lange.

 

Brauchtum

 

Immergrün wurde jetzt gesammelt, um daraus Tee zu machen, der gut für das Gehirn sein soll. Zur Einschulung wurde dem Schulkind ein Säckchen mit einer Immergrünwurzel umgehängt, oder es wurde mit einem Sträußchen auf den Kopf getippt und gesagt: "Geh zu und lern was!"

Kräuterweihe: Vor Sonnenaufgang wurden Kräuter (Blumen) gepflückt und zu einem Strauß gebunden. Das Zentrum bildet immer eine Königskerze. Dazu konnte man von 9 bis 99 verschiedene Kräuter sammeln.

Dreisgenkröte: Es wurde eine Kröte gefangen, getötet und getrocknet. Diese wurde geweiht und als Schutzamulett umgehängt. Solche Bräuche sind natürlich gegen gesetzliche Bestimmungen des Tier- und Naturschutzes und lediglich als historisches Beispiel alten Brauchtums zu sehen.